Lebensmittelspekulation
Produkte, die an der Börse gehandelt werden und deren Kurse steigen, sind attraktiv für Anleger. Das so investierte Kapital, heißt es, belebe den Wirtschaftsektor. Tatsächlich profitieren bei der Spekulation auf Lebensmitteln Investoren, Großproduzenten und –händler, nicht aber Produzenten oder Konsumenten in den ärmsten Ländern der Welt, die bis zu achtzig Prozent ihrer Einnahmen für ihre Ernährung ausgeben. Als 2008 die Weltmarktpreise für Mais, Weizen und Reis in die Höhe schnellten und Börsenmakler satte Gewinne einfuhren, stieg die Anzahl der Hungernden erstmals auf über eine Milliarde Menschen. Wenn das Menschenrecht auf Nahrung nicht nur auf dem Papier stehen soll, muss die Spekulation mit Lebensmitteln unterbunden werden. Versicherungen und Kredite, die Landwirte künftig erwerben sollen, um sich gegen Preisschwankungen auf dem Weltmarkt abzusichern, sind keine Lösung. Sie dienen vielmehr als zusätzliche Einnahmequelle für Investmentbanken und beschleunigen die Spekulation mit Lebensmitteln.