Ernährungssicherheit
Obwohl weltweit noch nie so viele Lebensmittel produziert wurden und theoretisch genügend Nahrungsmittel für alle Menschen zur Verfügung stehen, nimmt die Zahl der Hungernden zu: knapp eine Milliarde Menschen haben nicht ausreichend zu essen. Vor allem die ländliche Armutsbevölkerung in Entwicklungs- und Schwellenländern ist unterernährt, weil Monokulturen, Verschuldung und Landraub um sich greifen. Ernährungssicherheit entsteht nicht durch Agrar- und Nahrungsmittelimporte, wie u.a. die Lebensmittelindustrie behauptet. Entscheidend ist vielmehr die Fähigkeit eines Landes oder einer Region, den Nahrungsmittelbedarf aus eigenen Ressourcen zu decken. Dafür muss die bäuerliche Landwirtschaft vor Ort geschützt und gefördert werden, denn sie ist Grundlage für den Zugang zu Lebensmitteln und auch für deren Qualität. Deshalb müssen alle Staaten das Recht haben, ihre Agrar- und Nahrungsmittelproduzenten zu schützen. Das gilt auch für die Ausfuhrbestimmungen von Futtermitteln, Palmöl, Baumwolle und anderen Produkten in die EU, für deren Anbau in Entwicklungs- und Schwellenländern wertvolles Ackerland benötigt wird, dass für Grundnahrungsmittel dann nicht mehr zur Verfügung steht. Die Ernährung der lokalen Bevölkerung hat Vorrang gegenüber Exporten.