Agrarhandel
Der internationale Handel wird als Rückgrat der Weltwirtschaft betrachtet. Dass er sich positiv auf alle Beteiligten auswirkt, gilt als unumstößliche Wahrheit. Doch die konkreten Erfahrungen zeigen, dass in vielen Ländern ländliche Armut und Umweltzerstörung zunehmen. Kleinbäuerliche Produzenten in Nord und Süd verlieren den Zugang zu Land, Wasser, Saatgut – und Märkten. Biologische und kulturelle Vielfalt in der Landwirtschaft gehen verloren. Wenigen Gewinnern aus der Nahrungsmittelindustrie stehen viele Verlierer gegenüber, einschließlich der Konsumentinnen und Konsumenten. Die Abhängigkeit von Agrarimporten kann verheerende Auswirkungen haben. Etwa dann, wenn die Preise in die Höhe schnellen und Länder nicht mehr in der Lage sind, genügend Grundnahrungsmittel einzukaufen, um ihre Bevölkerung zu ernähren. Deshalb muss der Agrarhandel sozialen und ökologischen Kriterien untergeordnet werden.